Unsere Erkundungstouren starteten wir am Montagmorgen mit einem Sprung über die Etsch bei Roveretto am Torrente Leno di Vallarsa nahe der Einsiedelei San Colombano. Auf dem Weg ins Brandtal, ließen wir die Aussichtskurve zwischen Torbole und Nago sprichwörtlich links liegen. Der Parkplatz mit Aussichtspunkt zwischen Torbole und Nago, ist seit nun mehr zwei Jahren als Baustellenparkplatz umfunktioniert. Der Lago di Loppio direkt hinter dem Passo di Giovanni, zeigte sich nach einem trockenen Winter, mit seinem ausgetrockneten Seegrund.
Auf dem Rückweg aus dem Brandtal legten wir einen Zwischenstopp in den Olivenhainen von Nago ein. Kurzerhand gaben wir unserem Erkundungsdrang nach und bogen auf die Strada del Monte Baldo ein, die uns über zahlreiche Serpentinen zum Wanderparkplatz unterhalb des Monte Varagna, auf ca. 1580 m führte. Nach einem kurzen Fußmarsch zum etwas tiefergelegenen Aussichtspunkt an der Westflanke des nördlichen Monte Baldo-Massivs, lag uns ein bunter Bergwald in verschiedensten Grüntönen wie auf der deutlich tiefer liegenden Lago di Garda zu Füßen. Um diesen beeindruckenden Weitblick gestochen scharf abzubilden, war es im Mittagslicht allerdings zu dunstig. Dennoch boten die feinen Luftschichten am südlichen Westufer des Lagos eine interessante Kulisse.
Wieder am Südwestufer angekommen, legten wir während des Regens eine Mittagspause ein und beratschlagten unser weiteres Vorgehen. Eines stand fest: Auf einen Fußmarsch bei Regen zum nächsten Motiv hatte keiner so richtig Lust. Wir entschieden uns stattdessen für die Serpentinen auf der „Strada della Forra“ (SP38) durch die Brasa-Schlucht. Auch wenn sich am Straßenrand keine echten Parkmöglichkeiten bieten um ausgiebig zu fotografieren, bietet die Straße doch eine grandiose Aussicht – auch bei Regen. Unser eigentliches Motiv fanden wir in der Kehre oberhalb der Pizzeria Brasa am Brasa-Bach. Die etwas versteckte Schlucht mit dem Wasserfall lässt eindrucksvoll erahnen, wie Wasser mit jedem einzelnen Tropfen über die Zeit die Landschaft formt.
Bevor wir wieder den Serpentinen ins Tal folgten, gönnten wir uns ein Heißgetränk mit Tiefblick auf der Terrazza del Brivido des Hotels Paradiso oberhalb von Pieve. Wieder in Riva angekommen widmeten wir uns rasch dem Abendessen. Die Idee hinter dem frühen Abendessen: Sollte der Regen anhalten, könnten wir uns noch einmal den gepflasterten Gassen von Canale di Tenno widmen. Doch bevor wir erneut im Bergdorf ankamen, legten wir zwei kurze Zwischenstopps ein, um die zerrissenen Wolkenberge über dem See im trüben Abendlicht auszukosten.
Für die verspätete Mittagspause konnte ich meine Mitreisenden für einen Besuch des Agriturismo Le Caldane nahe Cola, südöstlich von Lazise gewinnen, wo ich auch direkt den Jahresbedarf an Olivenöl für zu Hause einkaufen konnte. Auf dem Weg in Richtung Norden, entschieden wir uns für eine Route abseits der touristischen Pfade. Diese bot in uns um San Zeno di Montagna und Prada Alta von der südlichen Westflanke des Monte Baldo-Massivs weitere Tiefblicke auf den Lago di Garda.
Nach einem Heißgetränk und anregendem Austausch über Wallfahrtskirche im Café am Parkplatz, machten wir uns um die Mittagszeit auf den Weg nach Punta San Vigilio. Im 16. nachchristlichen Jahrhundert als „der Schönste Ort der Erde“ tituliert, lädt die Bucht zum Verweilen ein. Aus fotografischer Wahrnehmung spielt sie sicherlich in der abendlichen Dämmerung ihre Trümpfe aus. Doch ein Besuch tagsüber, bietet Einblick in die ansonsten verschlossenen Gärten hinter den hohen Steinmauern.
Für den Rückweg nach Riva entschließen wir uns noch für eine Fährpassage. Wir setzen in den Nachmittagsstunden von Torri del Benaco am Ostufer nach Toscolano Maderno am Westufer des Sees über. Von hier aus folgten wir der Gardesana Occidentale (SS45) nach Norden und biegen kurz nach einem der zahlreichen Tunnel, linker Hand auf die SP38 ein und rollten diese von Süden her auf. Als Zwischenstopp bietet sich hier, je nach Witterung beispielswiese die Santuario di Montecastello mit ihren Ausblicken auf die umliegenden Bergdörfer an. Ein letzter Halt in Limone und wir erreichen Riva del Garda zum Abendessen.
Um den angekündigten Staus aus dem Weg zu gehen, entschied ich mich auf der Fahrt nach Norden über die Alpen für eine Route über den Jaufenpass sowie den Brenner. So ergaben sich meine letzten Aufnahmen aus dem Süden auf dieser Tour kurz unterhalb der Passhöhe auf knapp über 2.000 m mit Blick ins Val Passiria…