Mit artistravel in der Sächsischen Schweiz

Die Schweiz wird häufig in einem Atemzug genannt, wenn von landschaftlicher Schönheit die Rede ist. So ist es wenig verwunderlich, dass der Beiname bzw. Zusatz „Schweiz“ in einer Region auf eine schöne, beeindruckende Landschaft verweist. So auch die „Sächsische Schweiz“ südlich von Dresden inmitten des Elbsandsteingebirges. Unter fotografierenden keine Unbekannte Region.

Sie war das Ziel der Fotoreise mit artistravel in der vorletzten Oktoberwoche. Untergebracht im Berghotel Bastei, hatten wir neben einer stimmigen Unterkunft auch eine ideale Ausgangsbasis inmitten des Nationalparks Sächsische Schweiz. Sowohl auf die Bastei selbst wie auch in die umliegenden Gründe.

Sonntagabend starteten wir beim Abendessen mit der Begrüßungsrunde. Als Start für unsere fotografischen Tätigkeiten sah artistravel dann zwar Montagvormittag zehn Uhr vor – doch davon ließen wir uns nicht abhalten und starteten, wie auch in den darauffolgenden Tagen morgens um 6Uhr30 in der Hotel-Lobby. Die unterschiedlichen Aussichtspunkte auf der Bastei sind mit wenigen Schritten zügig erreichbar. Bei der Wahl der morgendlichen Perspektive orientierten wir uns an der vorherrschenden Witterung. So konnten wir drei aufeinanderfolgende Morgenstimmung mal in Neble gehüllt, mal mit frischem Wind um die Nase die unterschiedlichen Perspektiven nutzten, bevor uns die Witterung am vierten Morgen mit Regen direkt mit dem Frühstücksbuffet starten ließ.

Über die Tagesstunden mieden wir die Bastei, zu groß das Gedrängel und Geschiebe der touristischen Massen. Hier setzten wir Bildbesprechungen an und wandten uns beispielsweise der Festung Königsstein mit ihrem mächtigen Bollwerk und den vielen kleinen Türmchen zu. Hier lud die trübe Nachmittagsstimmung zum Experimentieren mit unterschiedlichen S/W-Einstellungen ein.

Weiter Motive fanden wir im Kirnitzschtal am wieder erweckten Lichtenhainer Wasserfall. Ein kleiner Fauxpas meinerseits: Der Wasserfall bietet in den Nachmittagsstunden stimmungsvolle Perspektiven. Mit der voranschreitenden Abenddämmerung, dominieren dann die neuinstallierten farbigen Scheinwerfer die Szene. Kurzum das ist dann Geschmackssache.

Deutliche mehr Zeit als im Kirnitzschtal verbrachten wir im Uttewalder wie auch im Liebethaler Grund. Sicherlich gibt es weit mehr Täler, Kupppen oder Felsplateaus zu ergründen als diese beiden. Doch lag auf Wunsch der Gruppe der Fokus aus dem Experimentieren und Probieren. Wie heißt es so doch so zutreffend in einem Zitat des belgischen Landschaftsfotografen Léonard Misonne (1870-1943, er gilt heute noch als der »Der König der Landschaftsfotografie«): „[…]‘Sehen können‘ ist die wichtigste Voraussetzung für einen Fotografen. Es zu lernen, ist mit am schwersten“.

Und so widmeten wir uns anstelle des „locationhopping“ dem bewussten, dem fotografischen Sehen, dass sich in aller Regel von unserem zielgerichtetem Alltagsblick unterscheidet. Während in der Alltagswahrnehmung zweck- und funktionsorientierte Aspekte im Vordergrund stehen, versuchten wir gezielt unserer Wahrnehmung draußen in der Landschaft freien Lauf zu lassen. Ziel war es zu sehen, was wir im Alltäglichen nur allzu oft übersehen. Ebenso Es galt die Atmosphäre des Ortes zu ergründen, Formen zu entdecken und nicht zuletzt im Bildformat der Kamera zu komponieren. Dabei galt es mal einen Schritt nach links oder auch gezielt nach rechts zu gehen, um zu erkennen, wie wir mit Hilfe unserer Aufnahmeposition den einen Baumstamm gezielt verdecken, um einem anderen Raum zu geben. So vielen uns auch verschiedene Motive zu, die es sicherlich nicht als Bild gerahmt an die heimische Wand schaffen werden. Hier ging es in erster Linie um das bewusste Erkennen sowie den gestalterischen Prozess. Goldwert wie es in der Abschlussbesprechung noch einmal betont wurde.

Der Freitag kam mal wieder deutlich schneller als letzter Workshop-Tag als uns lieb war. Dennoch freuten wir uns alle auf diese Morgendämmerung. Denn jetzt stand das Sahnehäubchen der Woche an – die Fahrt mit dem Heißluftballon. Warum ausgerechnet an unserem letzten gemeinsamen Reisetag? Ganz einfach, weil es der einzige Tag der Woche war, in dem der Ballon sicher abheben und vor allem auch wieder sicher landen konnte. Vom Treffpunkt ging es gemeinsam im Verfolgerfahrzeug zum Startplatz in Krippen. Nach der Einweisung ging wie gewohnt direkt an das Aufrüsten des Ballons. Kaum das mit dem Einfeuern der heißen Luft in die Ballonhülle begonnen wurde, ging es Ruckzuck in den Korb und wir gewannen zügig an Höhe. Hatten wir in den vorangegangenen Jahren das Glück, direkt über die Bastei hinweg zu schweben, hatte die aktuelle Windrichtung eine andere Reiseroute für uns parat. Über dem Polenztal vorbei an der Brandbaude, hielten wir grob auf Bischofswerda zu, überquerten mit bester Fernsicht und Blick zur Oberlausitzer Heide die A4. Nach einer guten Stunde am wolkenlosen Herbsthimmel, bereiteten wir uns auf die Landung vor. Dankbar um jede Baumkrone und ein noch nicht abgeerntetes Maisfeld, die wir zum Abbremsen nutzten setzten wir schließlich zu einer sportlichen, liegenden Landung an. Mit Blick auf den herannahenden „Bombenzyklon“ der seit Tagen in allen Wetterberichten angekündigt wurde, eine gute Landung! Besten Dank an Jens und sein Team von Ballon Sachsen. Es war wie immer eine beeindruckende Tour.

Wieder im Hotel angekommen, hieß es auch schon Abschied nehmen. Eine letzte gemeinsame Runde – unsere Abschlussbesprechung und schon waren wir wieder verstreut in alle Himmelsrichtungen auf dem Heimweg. Die Sächsische Schweiz für sich genommen ist schon eine schöne Region. Mit den warmen Herbstfarben allerdings ist sie schon eine besonders schöne Region…