In der zweiten Augusthälfte, um den 20. August herum, leuchtet in meinem Terminkalender alljährlich das Heizhausfest des Sächsisches Eisenbahnmuseum Chemnitz-Hilbersdorf e.V. (kurz SEM) in Chemnitz-Hilbersdorf auf. Mal klappt es, dass ich vorbei schau, mal schieben sich andere Termine in den Vordergrund. Dieses Jahr sollte wieder einmal Klappen, so hieß mein Motto: Verkehr[s]landschaft – Landschaftsfotografie im urbanen Raum.
Auch wenn in den vorangegangenen Wochen das Sommerwetter dominierte, sollte das keine Garantie für eine trockene Witterung zur Nachtfotoparade am Freitagabend sein. Bei zeitweise strömenden Regen wurden eifrig dampfgetriebene Lokomotiven rangiert und auf der Drehscheibe am Rundhaus 1 präsentiert. Bei all der Begeisterungsfähigkeit galt meine Aufmerksamkeit mit zunehmenden Regen dem Rundhaus mit all seinen Details: Alte Licht- und Stromschalter, Sperrventile für Dampf- und Wasserleitungen, Spiegelungen in den großflächigen Fensterscheiben. An einem Motiv kreuzten sich Weg und Blickrichtung. Sprich den Weg welchen die Akteure zum Mannschaftsraum nutzen, mit meiner blickrichtung auf ein paar in die Jahre gekommenen Armaturen. Auf die Frage was es denn dort besonderes gäbe, nutzte einer der Akteure den Blick durchs Okular. Ee war, seinen Worten nach „überrascht“. Seit Jahren geht er dort vorbei, hat jedoch noch nie die Armaturen so freigestellt bzw. isoliert wahrgenommen.
Bevor sich die nächtliche Fotoparade ihrem Ende neigte, nutzte ich noch die Gelegenheit, eine 86iger Baureihe, einstmals als Güterzugtenderlokomotive konzipiert, auf der Drehscheibe unter Dampf in Szene zu setzen. Mein Fotorucksck dankte es mir, da ich grobfahrlässig ohne Blick auf die Wetterkarte meinen Regenschirm samt Stativhalterung zu Hause gelassen hatte.
Der Samstagmorgen empfing uns bereits beim Frühstück mit prasselnden Regentropfen an den Fesntern. Es war ein kurzes Intermezzo, so dass wir unseren Blick, bevor das Museum öffnete, hinunter auf das Betriebsgelände trockenen Fußes zuwenden konnten. Doch sollte die Trockenphase nicht allzulange halten. Kurz bevor das Musuem seine Pforten zu den historischen Bahnwelten an diesem Tage öffnete, da öffneten sich die Himmelspforten. Ein erster Versuch sich den Feldbahnen sowie den nebenan stehenden Waggons zuzuwende, fiel bei bindfadenähnlichem Regen sprichwörtlich ins Wasser. So galt unsere Blick erneut dem Innenleben der Werkstätten und Rundhäuser, bis sich gegen Mittag die Himmelspforten wieder schlossen. So ließen sich auch in den Außenanlagen noch verschiedenste Details und großflächige Motive entdecken.
Ging es für mich fast nahtlos ins Karwendel (Fotoreise mit artistravel, mehr hier im Blog unter „Mit artistravel im Karwendel„) weiter, gilt jetzt: save the date – und zwar von Freitag, dem 27. bis Sonntag den 29. August 2027. Dort öffnet das SEM erneut seine Pforten zum mittlerweile 34. Heizhausfest im ehemaligen Bahnbetriebswerk Chemnitz-Hilbersdorf, dem jetzigen Sächsischen Eisenbahnmuseum. Ich hoffe mein Terminkalender gewährt mir eine passende Lücke…