Schlei-Akademie 2026

Das Sommerprogramm der Schlei-Akademie orientiert sich wie bei vergleichbaren Angeboten auch an den Schulferien. In ihrem Fall an den Sommerferien von Schleswig-Holstein. So war ich in diesem Jahr einige Wochen früher als in den vorangegangenen Jahren von Sundsacker aus in der Landschaft Angeln unterwegs.

Unsere Workshop-Woche startete am Montag mit der obligatorischen Begrüßung samt Einführung in die Räumlichkeiten der Albert-Schweitzer-Schule. Im Anschluss legten wir, der Workshop Landschaftsfotografie auch direkt los. Allerdings erstmal indoor! Hier lag unser Fokus auf Lichtsituationen, Bildgestaltung, unveränderbare wie anpassbare Gegebenheiten in der Landschaft und wie wir mit vor Ort umgehen können. Zum Abend hin, gönnten wir uns noch einen Blick am Museumhafen von Kappeln über die Schlei.

Dienstagmorgen starteten wir am Treffpunkt in Wasserleben, nördlich von Flensburg. Hier erreicht die Ostsee übrigens ihren westlichsten Punkt. Über die kleine Holzbrücke an der Schusterkate ging es auf den ehemaligen Patrouillenweg und heutigen Küstenwanderweg Gendarmstien oder auch Gendarmenpfad. Um wagen Vermutungen vorzubeugen: nein nicht für die ganzen 74 km! Hierfür werden rund fünf Tagesetappen veranschlagt. Wir konzentrierten uns auf drei Orte über den Tag verteilt. In den Morgenstunden entlang der deutsch-dänischen Grenze an der Schusterkate, am Sønderhav Strand gegenüber der Ochseninseln (Okseøer) mit der Brotzeitoption bei Annies Kiosk sowie am Ziegeleimuseum Cathrinesminde (Cathrinesminde Teglværk). Letzteres liegt genau gegenüber der Halbinsel Holnis, die den Übergang von der äußeren zur inneren Flensburger Förde markiert. Dort gab es in früheren Zeiten ebenfalls eine Ziegelei am kleinen Noor. Heute deutet dort nur noch Ziegeleivilla darauf hin. Auf dem Rückweg nach Angeln, legten wir an der Kirche der jütländischen Gemeinde Rinkenis einen Fotostopp ein. Hier wurden die Stimmen laut, dass wir ja quasi als Mittagessenersatz am Det Lille Pølsehus einen Verpflegungsstopp einlegen könnten – und da für mich das Wohl der Gruppe oberste Priorität hat, kam ich dem Wunsch umgehend nach. Einen letzten Fotostopp an diesem doch recht langen Dienstag legten wir an dem Renaissanceschloss Glücksburg ein. Leider hatte sich der Himmel zum Abend hin leider zugezogen – Doch dank S/W ließ sich der trübe Himmel mit harten Kontrasten gut umschiffen.

Mittwoch starteten wir etwas nördlich von Kappeln in Falshöft am Leuchtturm. Auch wenn der Leuchtturm hier eine markante Landmarke bietet, es gibt entlang des Strandes weit aus mehr zu entdecken. Während meine Augen bei einer kurzen kreativen Pause über den Strand wandern, erinnere ich mich an unbeschwerte Kindertage an diesem Strand. Damals zogen hier in der Badesaison Sportflugzeuge mit Werbebannern für Sonnencreme oder auch Einkehrmöglichkeiten in der Region ihre Bahnen, während vor der Küste eine ganze Armada von Öltankern auf Reede lag. Sie wurden hier im Verlauf der Ölkrise 1973 zwischengeparkt. Die hitzigen Nachmittagsstunden nutzten wir für eine Fragerunde samt Bildbesprechung, bevor wir zum Abend hin ans Kliff an der Spitze der Halbinsel Holnis aufbrachen. Wobei wir einen Zwischenstopp in Langballigau zum Fotografieren wie auch ein improvisiertes Abendessen nutzten.

Auch wenn sich die Landschaft Angeln mit der anschließenden Förde-Küste als recht hügelig präsentiert, ging es am Donnerstag in die Welt Berge, genauer gesagt in die Fröruper Berge südlich von Oeversee. Berge steht hier für unterschiedliche Moränentypen der Weichseleiszeit (115.000 – 10.000 Jahre vor unserer Zeitrechnung, mehr in wikipedia). Während sich die Moränenhügel der etwas südlich gelegenen Hüttener Berge durch Vor- und Zurückbewegung der Gletscher im Verlauf Eiszeit bildeten, deutet die Endmoränen bei Frörup auf den maximalen Gletschervorstoß in der Region. Die heute bewaldeten und mit Wanderwegen durchzogenen Moränenhügel sind um geben von Moorgebieten – aus fotografischer Sicht einladend!

Um einem drohenden Sonnenstich vermeiden, nutzten wir in Schleswig die Alte Apotheke – heute Keramikstube & Café für eine Mittagessen im Schatten. Anschließend ging es durch die kleinen Gassen der Wikingerstadt. Im Fokus stand die hiesige Architektur mit den kleinen eng aneinandergeschmiegten Häuschen.

Wieder in der Akademie angekommen, trafen sich Teilnehmende aller Workshop-Gruppen. Der diesjährige Filmabend in geselliger Runde präsentierte den preisgekrönten Dokumentarfilm „Das Salz der Erde“ von Wim Wenders über den brasilianischen Fotografen Sebastião Salgado.

Die Zeit verging auch in diesem Jahr in Windeseile – es ist schon wieder Freitag, letzter Workshoptag und Präsentation der Einzelwerke. Treffpunkt für unseren letzten Fotowalk im diesjährigen Akademieprogramm war der Sammelparkplatz am Ortseingang von Maasholm, dem kleinen Fischerdorf an der Schlei-Mündung. Er zählt zu einem der letzten Häfen, in denen die Fischerei noch als Handwerk betreiben wird. Motivisch erwarteten uns Fischerboote mit ihren bunten Reusenfahnen wie auch der Seenotrettungskreuzer Fritz Knack, ein Schiff der 20-Meter-Klasse, der DGzRS.

Nach dem Mittagessen in der Akademie, ging es in digitale Dunkelkammer im Seminarraum. Die abschließende Bildbesprechung nutzen wir auch direkt für die Auswahl der Bilder für die Abschlusspräsentation im Foyer, wo alle Beteiligten der Akademiewoche ihre Arbeiten präsentierten.

Eine kurzweilige wie auch abwechslungsreiche Woche liegt hinter uns. Unabhängig von den Bildern Sebastião Salgado landeten wir auch immer wieder bei der Thematik Schwarz-Weiss. So ist es auch wenig verwunderlich, dass sich der Kern den Workshop Landschaftsfotografie 2027 (vom 12. bis 16. Juli) der S/W-Fotografie zuwenden wird.