100 Jahre Augsburger Stadtwald

Im südlichen Stadtgebiet von Augsburg, erstreckt sich entlang des Lech-Ufers der Stadtwald. Einstmals geformt durch das Geschiebe der vorangegangenen Würmeiszeit, die reichlich losen Schotter als Untergrund mit sich brachte. Die Eiszeit wich und mit dem Ansteigen der Temperaturen, entwickelte sich über die Jahrtausende eine einzigartige Flusslandschaft. Weit ausladende Wasserarme, gesäumt von Kies- und Sandbänken, die sich mit jedem neuen Hochwasserereignis verformten. Parallel dazu, entwickelten sich unterschiedlichste, artenreiche Lebensräume entlang des alpinen Wildflusses, die bis heute das Landschaftsbild im Stadtwald prägen.

Zurück zum Stadtwald 2026 – er feiert dieses Jahr sein 100. Geburtstag als Naturschutzgebiet! Dieses geht auf eine „ortspolizeiliche Vorschrift zum Pflanzenschutz“ der Stadt im Juli 1926 zurück. Heute umfasst das Naturschutzgebiet mit dem Siebentischwald im Norden, der Meringer Au und dem Haunstetter Wald im Süden ca. 22 km².

Parallel zum seinem Veranstaltungskalender, zeigt der Landschaftspflegeverband der Stadt Augsburg im Umweltbildungszentrum die Fotoausstellung „100 Jahre Naturschutzgebiet Stadtwald Augsburg“. Zu meiner Freude, durfte ich einige Landschaftseindrücke dazu beisteuern.

Als Fotograf liegt mein Fokus, wie kann es auch anders sein auf den vielgestaltigen Landschaftselementen als Motivmöglichkeiten zwischen Botanischen Garten und Mandichosee. Mal liegt mein Augenmerk auf kulturgeprägten Elementen, ein andermal steht die Natur im Vordergrund. Um es gleich vorwegzunehmen, die Grenze oder besser gesagt der Bezugsrahmen zwischen Natur und Kultur verschwimmt in der Motivfindung. Hinzu kommt, daß im Gegensatz zum Naturschutz meine Wahrnehmung auf dem Subjektiven, dem Ästhetischen liegt. Jahreszeiten, wie auch die variierende Witterung nutze ich um die Landschaftselemente zu betonen.

Mit dem Blick auf die angrenzende Parkanlage des Botanischen Gartens (mit Japanischen Garten) nördlich des Siebentischwaldes oder dem Weitmannsee am östlichen Lechufer, bieten sich auch hier über das Jahr stimmungsvolle Landschaftsmotive.

Noch einmal zurück in das frühe 20. Jahrhundert als der Lech seinem weitgehend naturbelassenen Lauf folgte. In dieser Zeit erstreckten sich die einzelnen Wasserläufe des Lechs zwischen Königsbrunn und Mering auf einer Breite von bis zu drei Kilometern mit unzähligen Kies- und Sandbänken. „Einblick“ in diese längst vergangene Flusslandschaft bietet der Nachlass des Naturforschers Dr. Heinz Fischer (1911-1991, mehr im Naturmuseum Köngisbrunn). Dieser umfasst Aufnahmen des Lechs zwischen 1936 und 1957 sowie Aufnahmen von Anton Fischer (Vater des Naturforschers) aus dem Jahr 1915, auf Höhe des heutigen Stadtwaldes vor den großen Flussverbauungen. Einen Auszug dieses Nachlasses, hat der Augsburger Lech-Kenner Dr. Eberhardt Pfeuffer in Zusammenarbeit mit dem kürzlich geschlossenen Augsburger Wißner-Verlag unter dem Titel „Der ungebändigte Lech, eine verlorene Landschaft in Bildern“ veröffentlicht.

Mehr über die Kulturlandschaft, die sich hier über die Jahrhunderte etabliert hat, weiß der 2024 verstorbene Bezirksheimatpfleger und Museumsdirektor Prof. Dr. Hans Frei in „Bedeutsame Kulturlandschaften in Bayerisch Schwaben“ (erschienen im Kunstverlag Josef Fink).

Hintergrundwissen über den Augsburger Stadtwald bieten beispielsweise…