Eine historische Reise…

Auf der Suche nach Landschaftsbeschreibungen, durchfroste ich immer wieder die unterschiedlichsten Antiquariats-Plattformen. Dort stoße ich neben zahlreichen Bildbänden aus dem frühen 20. Jahrhunderts auch auf unterschiedlichste Landschaftsschilderungen sowie Reiseberichte. Ein Name, auf den ich dabei häufiger treffe, ist der des Schriftsteller Rudolf Borchardt (1877-1945). Er widmet sich der Toskana wie auch mittelalterlichen Städten Italiens. Beides bietet sich in unserer Zeit eine breite Motivpalette.

Im Jahr 1927 erschien von Borchardt im Verlag der Bremer Presse, der Titel „Der Deutsche in der Landschaft“. Hier versammelt er unterschiedlichste Autoren mit ausgewählten Reiseerlebnissen. Darunter Wilhelm Heinse, Johanna Schoppenhauer, Carl Ritter, Heinrich von Kleist, Carl Gustav Carus und viele andere. Mein Augenmerk fiel dabei auf einen Beitrag von Ludwig Passarge (1825-1912). Er unternahm Reisen durch ganz Europa und veröffentlichte diese in Büchern und Artikeln, darunter auch in Baedeker Reiseführern. Borchardt entschied sich in dieser Textsammlung für „Die Kurische Nehrung“ erstmals 1871 Preußische Provinzial-Blätter erschienen.

Die nachfolgende Reiseeindrücke wurden nicht überabeitet bzw. sprachlich angepasst. Irritieren kann eventuell die Entfernungsangaben in Meilen. Hier gehe ich davon aus, dass der Autor sich auf die „preußische Landmeile“ bezieht. Diese misst 7.532 m und leitete sich aus der deutschen bzw. geografischen Meile (7.420 m) ab. Bis zur Einführung des metrischen Systems im späten 19. Jahrhundert erfolgten Entfernungsangaben daher auch im deutschsprachigen Raum in Meilen.

Ludwig Passarge  »Kurische Nehrung«

Ich machte mich auf und ging längs dem Haff, bald am Strande, bald auf der steilen Uferhöhe, nach Norden zu, der Dünenwelt entgegen, in die ich schon vom Dampfboot aus einen Blick geworfen hatte. Die Eichen und Kiefern des Waldes, den man als einen Urwald wohl bezeichnen kann, zeigen die schönsten Formen, so dass ich mir das Entzücken eines Malers denken darf, der hierher käme, um zu studieren. Am Strande haben Arbeiter Erdhütten aufgebaut und kochen ihr Frühstück; dicht dabei im Haff liegen die Bagger, auf welchen sie beschäftigt sind, um den Boden aus der Tiefe zu holen, der bedeutende Quantitäten von Bernstein enthält.

Ich ging weiter durch das dichte Wacholdergebüsch des Waldes; ich wusste, was ich zu erwarten hatte, und doch, da ich nun an die letzte Waldecke kam, der Wald nach links zurücktrat, einen bewaldeten Cirkus, die Grekinn, bildend, und mir gerade gegenüber ein ungeheurer Dünenwall sich bis in das Haff zur Rechten niedersenkte, da war mir doch zu Mute, als ob sich mir ein Unerhörtes, Ungesehenes, Ungeahntes vor das Auge stelle; etwas so Erhabenes und Erdrückendes, dass es durch meine Nerven bebte und ich erschüttert stille stand. Und glaube man nicht, dass es ein zufälliger Eindruck von dieser Grösse war. Ich behaupte, nachdem ich ruhig geworden, dass ich mit diesem Anblicke nichts vergleichen kann, als den des Meeres oder der Alpen.

Man denke sich folgende Szene: Der Urwald bildet zur Linken einen grandiosen Cirkus, dessen steile Wand er bis zu zwei Dritteilen behauptet. Den Grund dieses Cirkus bildet eine Wiesenfläche mit Laubbäumen und Buschwerk von dem bezauberndsten Grün. Das letzte Dritteil des Halbkreises nimmt eine vollkommen kahle, weisslich-gelbe Düne ein, die in einer Höhe von fast hundert Fuss, steil abfallend, sich hinlagert wie ein schlafendes, sattes Raubtier, das mit den Tatzen seine zerrissene Beute noch gefasst hält. Weit dehnt sie sich vor bis zu dem Haff, das an ihren Fuss spült und kaum einen Raum lässt für die schmale Strasse. Ich sage, sie komme uns wie ein Raubtier vor, und mit Recht; denn ihre Beute, die sie getötet, das ist der Urwald, den sie Schritt für Schritt vernichtet, mit einer Sicherheit, die so gewiss ist wie das Schicksal. Dreissig Fuss begräbt sie jährlich, und wenn man ihr nicht Einhalt gebietet, so wird einst das schöne Schwarzort auf Karten auch nur als «versandet» bezeichnet werden. Die nächsten Bäume, die sie erfassen wird, sind an ihrer Spitze und schon dicht an ihrem Fusse stehend, zwei alte Kiefern und eine Eiche. Nach einigen Jahren werden nur noch deren höchste Spitzen aus dem Sande ragen und nach einer Reihe anderer Jahre werden sie aus ihrem sandigen Grabe auferstehen, aber zerbröckelnd, vermodert, ein Spiel der Winde, wie die Totenreste, welche der Gräber aus einem alten Grabe auswirft. Es ist mir kaum jemals etwas interessanter gewesen, als dieser Kampf des Waldes mit der Düne. Die glasharten Quarzkörner spielen erst um den Fuss des Baumes, fressen seine Rinde an und bedecken ihn allmählich vollkommen. Die meisten Bäume ertragen diesen Tod aufrecht stehend wie ein Held. Manche sinken, andere brechen unter der ungewohnten Last. Hat doch selbst der Schnee diese Wirkung, wenn er Bäume verschüttet, wie viel mehr also nicht der Dünensand! Keiner aber entgeht dem sicheren Tode. Denn pulsiert das Leben des Baumes auch noch eine Zeit lang, die Rinde wird immer mehr zerfressen, der Splint vertrocknet und mit ihm die Zweige, welche über den Sand ragen. Wir halten sie anfangs für Buschwerk, aber es ist die Krone des tief vergrabenen Baumes.

Von der Höhe des ersten Hügels, gleich über dem bedrohten Walde, gibt es eine wunderbare Umschau. Nach Norden, bis nach Memel hin erstreckt sich die unübersehbare Sandwüste, begrenzt von den beiden Meeren. Nach Süden sieht man weit über den Schwarzorter Wald, der sich fast eine halbe Meile lang hindehnt, bis dahin, wo sich die Dünen der Nehrung im Horizonte verlieren, wahrscheinlich bis Nidden; ein gewaltiger Anblick.

Über dem Haff zur Linken glänzte die Sonne, so dass die ganze Wasserfläche glitzerte und das Auge geblendet den Anblick kaum ertragen konnte; in weiter Ferne verlor sich die Fläche und man erblickte das jenseitige Ufer des Haffs, flach und ohne hervortretende Punkte. Zur Rechten aber über dem tiefdunkeln Meere standen Gewitterwolken, die allmählich den hellen Himmel bezogen und nun mit der Sonnenhelle im Osten einen Kontrast bildeten, der schärfer gar nicht zu denken. Die Nehrung bildete gerade die Wetterscheide. Bald wurde sie in tiefsten Schatten gehüllt, bald glänzte der Dünensand grell im Sonnenlichte.

Wieder schien die Sonne auf die Sandfläche, die hier ihre eigentümliche gelblich-weisse Farbe hatte, aber weiter nach der See schimmerte sie rötlich. Denn zum grössten Teile besteht dieser Dünensand zwar aus glashellen Quarzstücken, zum Teil aber auch aus roten Feldspat-Porphyren, und da diese letztern weit grösser sind als die Quarzstücke, so nehmen sie gern die Oberfläche ein und verleihen ihr diese eigentümliche, überraschende Färbung. Wenn ich von einer Fläche spreche, so denke man aber nicht an die Gleichmässigkeit einer Wasserfläche, vielmehr ist dieses Sandmeer durchweg mit einem Wellennetze bedeckt. Gleichen die grössern Erhebungen den Wogen des Meeres, so erinnern die Wellenlinien, welche wieder diese Erhebungen überziehen, an jenes Netzwerk, welches, wie auf einer Melonenschale, den Meereswogen nicht zu fehlen pflegt. Ja ich habe an manchen Stellen sogar wahrgenommen, dass noch ein anderes feineres Netzwerk diese Dünenwellen überzog, so dass man eigentlich ein dreifaches Wellensystem unterscheiden konnte.

Indem ich nach Norden einer Höhe zuschritt, auf der noch eine abgestorbene Kiefer in voller Grösse steht, erschrak ich fast, als ich einmal zufällig zur Linken sah und meinen Schatten erblickte, der sich ganz schwarz und mit den schärfsten Rändern auf dem Sande abzeichnete. Ein schattenloser Schlemihl dürfte sich auf diesen Dünen am allerwenigsten blicken lassen. Ähnliche scharfe Schatten habe ich nur noch auf den Schneefeldern der Alpen gesehen und auf einer ganz stillen, leuchtenden Wasserfläche.

Von allen Dünenbergen der Kurischen Nehrung kommt keiner an Schönheit und Charakter dem schwarzen Berge gleich. Er steht nicht bloss einsam und majestätisch da wie ein König, er erfreut auch durch die unsagbare Feinheit seiner Linien, die mit nichts besser zu vergleichen, als mit den Formen einer antiken Statue. Der Sand duldet keine scharfen, gebrochenen Linien. Nur wenn er nass ist, kommt es zur Bildung von Spitzen und Kanten, die zuweilen an Felsen erinnern. Indem er überall einfliesst, ausgleicht, vermittelt, sind ihm recht eigentlich die weichen Formen notwendig. Dennoch darf man die Gebilde des Sandes keineswegs einförmig oder charakterlos nennen. Schon das allmähliche Aufsteigen der Dünen auf der Westseite und der plötzliche Absturz im Osten bilden einen stets neuen, überraschenden Gegensatz, eine Klimax und Antiklimax. Ich möchte dieses rhythmische Auf- und Niedersteigen am ehesten mit dem melodischen Leben des Pentameters vergleichen. Meist erscheinen die Flächen monoton, durch nichts unterbrochen, aber beim aufmerksamen Betrachten tritt ein reizendes Wellenspiel vor das Auge, ein oft unmerkliches Auf- und Nieder-wallen, das der Ausdruck eines feingeistigen inneren Lebens scheint. Was die Maler Modulation nennen, die Unterscheidung von Höhe und Vertiefung, Licht und Schatten, nicht durch bestimmte Flächen, sondern durch ein oft unmerkliches Abstimmen, Abtönen der Lichter und Schatten, kann vielleicht nirgends mehr empfunden, gelernt werden, als bei den Dünen. Auch bilden die Flächen nicht immer eine ununterbrochene Ebene. Wie auf der Wasserwelle ein zweites Leben sich entwickelt: die kleinen Wellen und Wellchen, welche sich kräuseln, entstehen und vergehen, so überzieht oft ein seltsames erstarrtes Wellennetz die öden Flächen und deutet das Leben dieser Welt des Sandes an. Gegenwärtig und doch der Vergangenheit angehörig, ein Resultat des letzten Wehens, das über diese Sandwogen gegangen, erscheint uns dieses erstarrte Leben so grauenvoll wie das Antlitz einer Medusa, so ertötend wie ihr kaltes Lächeln. Der nächste Wind, der aus einer andern Richtung weht, wird diese Wellen auflösen, zerstören, die Körner in alle Winde streuen. Aber bis dahin bleiben sie, fest und unbeweglich, mit dem lebenhöhnenden Ausdruck der marmornen Totenmaske.

Auch an Farben sind diese Bildungen nicht arm. Wohl geht durch diese Sandflur ein einziger Ton, der im Schatten bläulich, in den Mitteltönen graulichgelb, im Sonnenlichte hellgelb, fast goldig erscheint; aber mit jeder leisesten Luft- und Lichtveränderung wandelt sich die Farbe. Während der Sand von jeder Lichteinwirkung so abhängig bleibt wie das Wasser, bewahrt er zugleich sein individuelles Leben, seinen «Lokalton», und erscheint uns darum in einem unbegreiflichen und seltsamen Doppelleben. Ich möchte daher sagen, ich habe bei den Dünen noch niemals eine oder die andere Farbe in gleicher Wiederholung gesehen. Auch bei wochenlangem Aufenthalte und in den verschiedenen Jahreszeiten findet man diese Welt ewig sich wandelnd und immer überraschend neu, wie das ebenso vielgestaltige Meer, das die Griechen ihre Sage vom Proteus erfinden liess. Ich müsste die ganze Skala der Farben-Töne und -Stimmungen erschöpfen, wollte ich eine Vorstellung geben von diesem Leben der Düne, deren Schatten Licht sind, während ihre Lichter oft nur einen Augenreiz hervorrufen.

Der schwarze Berg trägt nicht bloss alle jene seltsamen Farbenphänomene zur Schau, er stellt auch jene Form dar, welche ich für die den Dünen am meisten charakteristische ansehe. Zwar kommen hier die verschiedensten vor, vom abgeflachten Hügel bis zur Kette und zum monotonen Wall; es herrscht allerdings die Kuppe vor; aber zuweilen bringt es der Sand auch zu Bildungen, zu Spitzen, die ein Alpenbewohner unbedenklich als «Hörner» bezeichnen würde. Zumal dann, wenn wir in der Richtung einer scharfen Kante blicken – und eine solche ist bei allen Sturzdünen vorhanden – verläuft und gipfelt dieselbe schliesslich in einem solchen Horne. Wenn aber ein Dünenberg isoliert auf einer weiten Fläche steht, wie der schwarze Berg, so werden von dem herrschenden Westwinde seine beiden Flanken stärker getroffen und der Sand an ihnen schneller fortgeweht als sein Rücken. Dort dürfen die Körner einfach nur vorwärts eilen, hier aber werden sie erst den ganzen Rücken hinaufgetrieben, was eine bei weitem grössere Kraft des Windes voraussetzt. Die Flanken müssen sich also schon bei einem schwächeren Winde weiter bewegen, während der Rücken des Berges noch in Ruhe verharrt. Es werden sich also notwendig – immer in der Richtung des herrschenden (West-) Windes – zwei Flügel vorschieben, der Hauptmasse des Berges vorauseilen, ohne sich von ihm loszulösen. Mit dem Hauptkörper zusammen werden sie aber eine cirkusartige Vertiefung bilden, die man am ehesten mit den Sitzreihen eines offenen antiken Theaters vergleichen könnte. Da nun die der Hauptwindesrichtung abgewandte (östliche) Seite eines Dünenberges zur Sturzdüne werden muss, weil die vom Winde über den Gipfel des Berges geführten Sandkörner hier, wo die Kraft des Windes sofort nachlässt, nur ihrem Gewichte folgend, hinabrieseln, also einen vollkommnen gleichen Abhang bilden, und die beiden vorgeschobenen Flanken sich diesem Absturze unmittelbar anschliessen, so besteht ein solcher Dünencirkus immer aus einer rings steil abfallenden Fläche. Dieses Gesetz der Bildung bleibt dasselbe und immer erkennbar, obwohl der ganze Berg sich in einer dauernden, vorschreitenden Bewegung befindet. Es ist denkbar, dass der eine Flügel sich einmal schneller vorschiebt als der andere, sich wohl gar von der Hauptmasse loslöst und nun auf eigene Hand hastig weiter eilt, und als einen solchen losgelösten Flügel möchte ich den flachen Dünenhügel ansehen, welcher sich gegenwärtig östlich von dem schwarzen Berge befindet, in den meisten Fällen wird der ganze Berg aber in geschlossener Ordnung wandern. Ruhig schiebt sich die Masse weiter; und wie gleichmässig dieses geschieht, erkennt man daran, dass der untere Saum des Cirkus eine stete scharfe Grenze gegen den frischen Rasen bildet, über welchen die Düne wandelt. Man glaubt kein Spiel des Windes, sondern ein mathematisch konstruiertes Menschenwerk zu sehen. Bei vielen dieser Dünenberge hat sich in der Mitte des Cirkus, wahrscheinlich von dem Drucke, welchen der Berg auf den Sandboden ausübt, ein Teich gebildet, von Schilf umkränzt, die gefährlichsten Triebsandstellen bildend, sobald das Wasser verdunstet. In diesen Teichen spiegeln sich die hellen Abhänge und erzeugen ein sonderbares Doppelbild.

Das Schicksal des schwarzen Berges ist unschwer zu erkennen. Er wandert wie alle Sturzdünen, zwar nur langsam, aber er nähert sich mehr und mehr dem Haff, von dem er nur noch wenige hundert Fuss entfernt ist, und wird sich einst in ihm ertränken, wie die Berge vor ihm, wie die ganze Dünenkette, die dem Untergange geweiht ist. Dann werden auch die Weidenbäume der alten Memeler Strasse wieder zum Vorschein kommen, welche der schwarze Berg begraben, und von denen noch ein paar an seinem südöstlichen Fusse stehen geblieben sind, zwei noch freundlich grünend, der dritte aber vertrocknet und der vierte im Sande vergraben.

Von der anhaltenden Hitze hatte sich über dem lockern Sande eine Kruste gebildet, welche zuweilen von dem Fusse zerbrochen wurde. Auch auf dem Schnee kommt eine solche Kruste vor, als Produkt starker Kälte. Leicht liess sich der schwarze Berg vom Rücken aus ersteigen. Wohl befindet sich der Wanderer nur einhundertundsiebzig Fuss über dem Niveau der See; aber nicht die Dinge an sich bestimmen den Eindruck, sondern die Vorstellung von ihnen, und der Fremde wird

sich mit eigentümlichen Empfindungen vergegenwärtigen, dass diese Masse, darauf er steht, aus unzähligen Sandkörnern, also aus Individuen besteht, welche aus dem Meere aufgetaucht, weiter gewandert, sich aneinander geschlossen und endlich diesen Berg gebildet haben. Ein jedes dieser Körner ist eine Stunde lang gewandert, hat Flügel gehabt, ist von der Luft davongetragen und nach kurzem Leben zu Boden gefallen und von den nachfolgenden Genossen begraben worden. So ruht es Jahre lang, erst dicht unter der Oberfläche, dann weiter, tief im Schosse des Berges. Aber wie die Jahre verrinnen, nähert es sich mehr und mehr seiner Auferstehung auf der andern Seite des Berges. Es fällt die Hülle. Der Wind stürzt in den Berg. Wieder das kurze Traumleben. An dieses Schicksal eines Sandkornes wird der Wanderer gemahnt, wenn er auf der Gipfelkante steht und den Blick rings um sich schweifen lässt. Dort ein Meer, hier das andere. Ein reiches Fruchtland ringsum bedroht von Unholden, die in dem glühenden Nebelduft verschleiert, verschwommen daliegen. Die nächste Nähe wird zur Ferne.

Die Textsammlung „Der Deutsche in der Landschaft“ ist in den vergangenen Jahrzehnten immer wieder mal neu aufgelegt worden. Aktuell bietet die Serie „Naturkunden“ der MSB Matthes & Seitz Berlin Verlagsgesellschaft mit 552 Seiten eine Neufassung (Herausgegeben von Judith Schalansky, Band 046, ISBN: 978-3-95757-529-6) der Reisebeschreibungen. Allgemein bietet die Serie Naturkunden lesenswerte Ausflüge in unterschiedlichste Natur- und Landschaftsräume. Eine gute Möglichkeit den eigenen landschaftsfotografischen Blickwinkel zu hinterfragen – zu erweitern.

Um bei der Kurischen Nehrung zu bleiben, hier bieten sich antiquarische wie moderne Titel an, um ein Gespür für diese beeindruckende Landschaft zu entwickeln.

antiquarisch…

  • Die Kurische Nehrung – in Wort und Bild
    1927 | Verlag Gräfe und Unzer
  • Rossitten – drei Jahrzehnte auf der Kurischen Nehrung
    1927 | Prof. Dr. J. Thienemann | Verlag J. Neumann-Neudamm
  • Die Kurische Nehrung – eine Monographie in Bildern
    1930 | Verlag Gräfe und Unzer
  • Die Kurische Nehrung – in 144 Bildern
    1960 | Verlag Gerhard Rautenberg

 

modernes Antiquariat…

  • WunderWelt der Dünen
    Kazimieras Mizgiris | ISBN: 978-379-21047-0-5
  • Die Kurische Nehrung: Ostpreußische Dichter erzählen
    Armin Schmidt | ISBN: 978-388-04267-6-4
  • Reise durch die Kurische Nehrung
    Ernst-Otto Luthardt, Ralf Freyer, Wolfgang Korall | ISBN: 978-380-03179-0-5
  • Die Kurische Nehrung – Landschaft zwischen Traum und Wirklichkeit
    Christian Papendick, Albrecht Leuteritz | ISBN: 978-388-04274-5-7

 

aktuelle Titel…

  • Wind, Sand, Kurische Nehrung
    Kazimieras Mizgiris | ISBN: 978-386-82896-2-6
  • Between Sans and Emptiness
    Kazimieras Mizgiris | ISBN: 978-609-96194-0-8
  • Die Kurische Nehrung: Melancholie einer Landschaft
    Prussia-Gesellschaft, Fotografiert von Monika Schulz-Fieguth | ISBN: 978-389-87677-2-9
  • Mein Nidden: Auf der Kurischen Nehrung
    Frido Mann | ISBN: 978-386-64814-8-0